Mittelstand 4.0

Mittelstand 4.0

Kompetenzzentrum Hamburg

Bildnachweis: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg

Digitale Geschäftsmodelle – was ist das?

Ein Geschäftsmodell beschreibt die Art und Weise, wie ein Unternehmen – egal welcher Größe, Umsatz erzeugt. Zentral sind hierbei vier Dimensionen:

Erstens, die Zielkunden, die das Unternehmen anspricht. Zweitens, was diesen Kunden angeboten wird. Drittens, wie die Produkte oder Dienstleistungen hergestellt werden und viertens, wie die Kunden dafür bezahlen (Gassmann, Frankenberger & Csik, 2014).

Die Digitalisierung eines Geschäftsmodells kann zum einen bedeuten, dass eine dieser vier Dimensionen durch digitale Technologien erweitert und optimiert wird.

 HWK Bericht

Handwerk 4.0 – Chancen und Herausforderungen

Was hat Digitalisierung mit dem Handwerk zu tun und was bedeutet Geschäftsmodellentwicklung für einen Handwerksbetrieb, in dem bei guter Auftragslage keine Zeit und keine Mitarbeiter für solche „Schlagworte“ zur Verfügung stehen? Handwerksbetriebe sind ein zentraler Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Ob es der Bäcker um die Ecke ist, der Dachdeckerbetrieb, der das neue Eigenheim mit einem Dach versorgt, oder die Kraftfahrzeugwerkstatt, die jedes Jahr die Reifen und Öl wechselt. Jeder von uns hat in seinem Alltag mit Handwerksbetrieben zu tun. Häufig sind diese Unternehmen Inhabergeführt und haben sich seit Jahrzehnten eine treue Kundschaft aufgebaut.

 

Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung im Handwerk

Um die Frage nach digitalen Geschäftsmodellen im Hamburg zu bearbeiten, kamen am 19.04.2018 und 17.05.2018 in unseren Workshops Betriebe aus dem Hamburger Handwerk zusammen, um sich zum Thema „Der digitale Wandel – nicht für das Handwerk?“ auszutauschen.

Zunächst haben wir uns einige Beispiele aus der Praxis des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Hamburg angeschaut und dabei auch die App Your Own Language kennengelernt. Marc Murray, 1112tag.com, zeigte den Einsatz der App bei einer Glas- und Gebäudereinigung, die eine große Arbeitserleichterung für Mitarbeiter bringt und auch für anderen Branchen interessant sein kann. Im Hauptteil gab Steffen Gießmann, Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, Schaufenster Ost (Handwerkskammer Dresden), einen Einblick in die Geschäftsmodellentwicklung von Industrie 4.0 zu Handwerk 4.0 und sensibilisiert für die Chance / Gefahr, dass neue Anbieter Kunden neue Services anbieten, die einen Teil des Gewinns in der ursprünglichen Wertschöpfungskette „abzweigt“ – Beispiele sind die Übernachtungs-Vermittlungsplattformen, Vergleichsportale oder (in Deutschland noch unzulässig) die Plattform UBER.

 

Was bedeutet das nun für einen Handwerksbetrieb?

Zunächst sollte man sich Fragen stellen nach dem Geschäftsmodell: Mit anderen Worten: Wie genau verdient der Handwerksbetrieb sein Geld? Im nächsten Schritt kann der Handwerksbetrieb das Wissen anderer nutzen und erfolgreiche Muster auf den eigenen Betrieb anwenden und für sich einschätzen, inwieweit die Gefahr besteht, dass andere Dienstleister sich mit neuen Geschäftsmodellen zwischen den Handwerker und den Kunden drängen könnten. Anhand der Fish Bowl Methode erarbeiteten die Teilnehmer zunächst das Geschäftsmodell einer Fleischerei, um dann gemeinsam neue Ideen für den Betrieb auf Grundlage des Business Modell Navigator der Universität St. Gallen zu suchen. Dabei zeigte sich, dass es bereits Handwerksbetriebe gibt, die einige dieser Konzepte erfolgreich im Handwerk umgesetzt haben und so dem Wettbewerb voraus sind.

 

Erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle im Handwerk

Ein anschauliches Beispiel für die erfolgreiche digitale Transformation eines traditionellen Handwerksbetriebs ist die Holzgespür KG. Hinter Holzgespür steht eine familiengeführte Tischlerei, die maßgefertigte Möbel herstellt. Julia Kasper, Geschäftsführerin von Holzgespür KG stieß die Transformation hin zu einem digitalen Geschäftsmodell an: „Während meines Studiums kam ich mit anderen Gründern zusammen und bekam nochmal einen anderen Blickwinkel auf den Handwerksbetrieb zu Hause. Wir haben dann überlegt, wie man diese Schlüsselressourcen umdenken und digitale Prozesse mit einbeziehen kann.” Heute erreicht das traditionelle Unternehmen über die Online-Plattform Holzgespür eine deutlich größere Zielgruppe. Das zentrale Wertversprechen ist hierbei die Maßanfertigung von Designer-Möbelstücken in enger Kollaboration zwischen dem Tischler und dem Kunden. Zentral für die Umsetzung dieses Wertversprechens ist ein Online 3D-Konfigurator, in dem jeder Kunde sein individuelles Möbelstück zusammenstellen kann. Die Auswahl des Holzes erfolgt anschließend per Video gemeinsam mit dem Tischler. Auch die Ertragsmechanik, in diesem Fall der Online Bestell- und Bezahlvorgang, ist völlig digital. Die Methoden zur Geschäftsmodellentwicklung und das Beispiel der Holzgespür KG zeigen deutlich, dass ein Geschäftsmodell zwar ein komplexes Zusammenspiel von vielen Faktoren ist, aber mit den richtigen Ansätzen in die Praxis umsetzbar ist.

 

Weitere Beispiele

  • Hookie Co. GmbH „Durch nichts aufzuhalten: Mit Social Media die Welt erobern“

  • DieMeisterTischler Virtual-Reality-Brillen im Handwerk: Die interaktive 3D-Visualisierung von Ideen und Produkten“

  • Konditor Café Baumann Traditionsbewusst und innovativ: Absatzsteigerung durch den Einsatz von 3-D-Druckern zur Schokoladenherstellung.

 

Grundsätzlich können weitere (für Sie kostenlose) Workshops zum Thema „Geschäftsmodell-Entwicklung in Zeiten der Digitalisierung“ angeboten werden. Sollten Sie daran Interesse haben, freuen wir uns auf Ihre Mail.

Für Rückfragen und Anregungen steht das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg gern zur Verfügung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aktuelles

10.10.2018 Publikationen

 

 

Datenschutz, Nutzungsrecht, Datensicherheit sind nur ein paar der Schlagworte die seit einigen Monaten vermehrt zu Verunsicherungen führen. Wir haben unseren Rechtsexperten Rechtsanwalt Dr. Hans Markus Wulf, Fachanwalt für IT-Recht und Datenschutzauditor (TÜV) nach EU-DSGVO um Klarheit gebeten. Für Sie hat er die 10 wichtigsten rechtlichen Fallstricke der Industrie 4.0 zusammengestellt.

Quelle: HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH/SonjaTobias
27.09.2018 Projekte

 

Das mittelständische Unternehmen eNeG GmbH möchte mittels EDV-technischen Lösungen die Durchgängigkeit der Daten während der Projektabwicklung erhöhen. Hierzu sollen in einer zentral verfügbaren Datenbank verschiedene Daten im Engineering-Ablauf konsistent gespeichert und für verschiedene Planungsschritte automatisiert zur Verfügung gestellt werden.

18.09.2018 Projekte

Wie kann ein Unternehmen, das an stetige Gesetzes- und Verordnungsänderungen gebunden ist, neue Anforderungen für verschiedene Geschäftsbereiche immer aktuell, zentral und vor allem digital allen Mitarbeitern und Kunden zugänglich machen? Verfolgen Sie unser Umsetzungsprojekt mit der UMCO GmbH und erfahren Sie, wie das Team des Mittelstand 4.0-­‐Kompetenzzentrums Hamburg sich dieser Herausforderung stellt.

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