Mittelstand 4.0

Mittelstand 4.0

Kompetenzzentrum Hamburg

Quelle: HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH/SonjaTobias
Quelle: HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH/SonjaTobias

 

Das mittelständische Unternehmen eNeG GmbH möchte mittels EDV-technischen Lösungen die Durchgängigkeit der Daten während der Projektabwicklung erhöhen. Hierzu sollen in einer zentral verfügbaren Datenbank verschiedene Daten im Engineering-Ablauf konsistent gespeichert und für verschiedene Planungsschritte automatisiert zur Verfügung gestellt werden.

 

Gemeinsam mit der eNeg GmbH möchten wir Ihnen heute gerne unser Projekt zum Thema "Vermeidung von Medienbrüchen im Engineering" vorstellen. Was sind die Themenschwerpunkte des Projektes? Wie wurden die Mitarbeiter abgeholt? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum?

Unser Film zeigt es Ihnen!

 

 

 

Quelle: HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH/SonjaTobias

Kurzes Unternehmensportrait:

Die eNeG Gesellschaft für wirtschaftlichen Energieeinsatz mbH widmet sich mit ihren ca. 90 Mitarbeitern der Optimierung von Gebäude- und Energiesystemen. Das Aufgabenspektrum der eNeG GmbH erstreckt sich von der Planung und Realisierung von Gebäudeautomatisierungsanlagen, Feuerungs- und Energieanlagen, sowie von Systemen zur Erfassung und Auswertung von Energie – und Prozessdaten, bis hin zu einem umfassenden technischen Service der Anlagen und Systeme. Als herstellerunabhängiges Unternehmen werden hierbei passgenaue Lösungen für Neuanlagen, Umbauten, Sanierungen oder für die Einhaltung von Emissionswerten erstellt.

 

 

Wie ist die Ausgangslage?

Im Laufe des Planungsprozesses bis hin zur erfolgreichen Realisierung einer Anlage oder eines Systems werden unterschiedliche Planungsdokumente von verschiedenen Mitarbeitern bei der eNeG erstellt. Diese bauen oftmals aufeinander auf und werden im fortschreitenden Planungsablauf mit Informationen angereichert und weiter detailliert. Oftmals kommt es hierbei auch zu Änderungen von bereits erstellten Inhalten. Der Planungsablauf ist somit von der Erstellung, der Weitergabe und dem Editieren von Planungsdokumenten geprägt. Für die unterschiedlichen Tätigkeiten während des Planungsablaufes wurden die benötigten Daten bisher händisch von den Mitarbeitern aus den verschiedenen Dokumenten in andere Formate übertragen.

 

Wie ist der Kontakt zwischen eNeG und dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg entstanden?

Im Rahmen einer Veranstaltung an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg wurde die eNeG auf das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg aufmerksam und suchte anschließend den weiteren Kontakt. Nach einem gemeinsamen Meeting, bei dem Mitarbeitern der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und der Handwerkskammer Hamburg die Ausgangslage und die damit einhergehende Problematik geschildert wurde, erkannte man das Potenzial für ein Umsetzungsprojekt und begann dieses am 01.09.2017.

 

Wie war das Vorgehen während des Umsetzungsprojektes?

Um mögliche Verbesserungspotenziale am bisherigen Planungsablauf zu erkennen, wurden im Rahmen des gemeinsamen Umsetzungsprojektes zunächst die Ist-Prozesse bei der eNeG GmbH analysiert.

Sofern vom Kunden ein Anlagenschema der zu planenden Systeme und Anlagen gewünscht ist, beginnt der Planungsprozess mit der Erstellung eines ersten Anlagenschemas in der Software Tric. Von dieser kann automatisiert ein Export der Daten des Anlagenschemas in eine CSV-Datei und damit in ein Excel-Dokument durchgeführt werden. Die einzelnen Geräte und die dazugehörigen jeweiligen Datenpunkte, die für die Anlage oder das System genutzt werden sollen, werden in einem zweiten Schritt aus der Tric-Exportdatei händisch ausgezählt und in die sogenannte Datenpunkt- und Geräteliste übertragen. Hierbei ergeben sich bereits Inkonsistenzen bezüglich der Bezeichnungen von Geräten und Datenpunkten, da diese von den Mitarbeitern ohne einheitliche Standards vergeben werden. Zwar sind in der Tric-Exportdatei bereits Identifikatoren enthalten, jedoch werden diese im weiteren Planungsablauf nicht fortgeführt. Von der Datenpunkt- und Geräteliste werden die einzelnen Datenpunkte in die Belegungsliste übertragen und verschiedenen Slots, bspw. von Speicher-programmierbaren Steuerungen (SPS), zugeordnet. Hierbei ist das Vorgehen ähnlich der Erstellung der Belegungsliste und beruht auf einer händischen Übertragung von Daten, bei der teilweise erneut unterschiedliche Bezeichnungen verwendet werden und so zu einer erschwerten Zuordnung der einzelnen Datenpunkte aus den verschiedenen Dokumenten zueinander führen. 

 

Abbildung: Ausschnitt aus dem Ist-Planungsprozess der eNeG GmbH

 

Während des Planungsablaufes ist somit ein erhöhtes Fehlerpotenzial, bspw. durch Schreibfehler, unbeabsichtigte Änderungen in den Daten oder unterschiedliche Bezeichnungen zu erkennen. Auch können die jeweiligen Änderungen in den Dokumenten nur durch sehr hohen Aufwand der Mitarbeiter der eNeG GmbH zurückverfolgt werden.

Quelle: HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH/SonjaTobias

Gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg und verschiedenen Beteiligten der eNeG GmbH wurde in dem gemeinsamen Umsetzungsprojekt an die geschilderte Problematik angeknüpft. Nach einer intensiven Analyse des Engineering-Workflows, der verschiedenen Planungsdokumente und schließlich der einzelnen Daten und Informationen die verarbeitet werden, wurden im Rahmen von Workshops verschiedene Lösungen entwickelt, welche die Durchgängigkeit und Konsistenz der Daten im Planungsablauf bei der eNeG erhöhen und zugleich den zeitlichen Aufwand der Mitarbeiter reduzieren.

Hierzu war es zunächst relevant die Daten und Informationen hinsichtlich der weiteren Nutzung zu analysieren und festzustellen, wo sie zu welchem Zeitpunkt gebraucht und möglicherweise editiert werden.

Anhand der Anforderungen und Rahmenbedingungen der eNeG wurde das Konzept einer zentralen Datenbank mit automatisierten Schnittstellen zu den jeweiligen Dokumenten und Software-Werkzeugen erstellt, in der Daten gespeichert und während des Planungsablaufes fortlaufend erweitert werden können. Hierbei sollen die bisher genutzten und gut zugänglichen Datenformate, wie MS Excel bestehen bleiben um die Aufnahme von individuellem Wissen von Mitarbeitern weiterhin zu unterstützen.  

Nachfolgende Abbildung stellt das Konzept und den veränderten Planungsauflauf des Soll-Zustandes dar.

 

Abbildung: Ausschnitt aus dem Soll-Planungsprozess der eNeG GmbH

 

Alle als Werkzeug-übergreifend relevant identifizierten Daten, die während des Planungsprozesses entstehen, werden durch einen automatisierten Datenaustausch mithilfe von programmierten Import- und Exportfunktionen in der Datenbank gespeichert. Um die Bezeichnungen der einzelnen Geräte und Datenpunkte konsistent zu halten, kann die Tric-Exportdatei als Grundlage für die weitere Planung genutzt werden. Die relevanten Daten der Tric-Exportdatei werden mithilfe eines automatisierten Imports in der Datenbank gespeichert. Beim Import in die Datenbank werden für die einzelnen Projekte, Geräte und Datenpunkte jeweils eindeutige Identifikatoren vergeben und in der Datenbank hinterlegt, um über den gesamten Planungsablauf eindeutig und nachvollziehbar zu sein. 

Quelle: HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH/SonjaTobias

Für die Ausarbeitung der Datenpunkt- und Geräteliste wird nun auf die bereits vorhandenen Daten in der Datenbank zurückgegriffen und diese in eine leere Datenpunkt- und Geräteliste automatisiert aus der Datenbank exportiert. Sobald die Mitarbeiter der eNeG GmbH die zusätzlichen Informationen in die Datenpunkt- und Geräteliste eingearbeitet haben, werden diese erneut in die Datenbank übertragen. Auf Basis der vorhandenen Daten in der Datenbank wird die Belegungsliste nach dem gleichen Prinzip automatisiert erstellt, und die hinzugefügten Daten werden nach erfolgter Bearbeitung ebenfalls in der Datenbank gespeichert. Die Editierung von vorhandenen Dokumenten im Laufe des Planungsablaufes soll durch die konsistente Datenhaltung weitestgehend unterstützt werden. Änderungen an den Daten, bspw. durch Hinzufügen, Abändern oder Löschen, sollen automatisch erkannt werden und in Form eines Versionsmanagements dokumentiert werden. Hierbei soll auch erkannt und dokumentiert werden, welcher Wert geändert wurde, wann dies geschah und durch welchen Mitarbeiter. 

 

Wie geht es für eNeG weiter?  

Nach der exemplarischen Implementierung des beschriebenen Konzeptes will die eNeG nun an das Umsetzungsprojekt mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum weiter anknüpfen und das Konzept der zentralen Datenbank in die bisherigen Planungsabläufe integrieren und zukünftig auf weitere Bereiche ausweiten. „Nach Implementierung der Datenbank in unseren Engineering-Ablauf, erhoffen wir uns eine deutliche Optimierung des Projektierungsaufwandes in der Projektierung und Planung“, so Herr Thomas Schmidt, Leiter der Projektabwicklung für  die Gebäudeautomation bei eNeG.

 

 

Quelle: HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH/SonjaTobias

Beteiligte des Umsetzungsprojektes 

  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg
    • Handwerkammer Hamburg
    • Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
  • eNeG GmbH

 

Kontaktdaten des Unternehmens

eNeG GmbH

Försterweg 144-146

22525 Hamburg

T +49(0)40 54 77 67-0

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ansprechpartner für das Umsetzungsprojekt bei der eNeG GmbH:

-       Herr Thomas Schmidt, Leiter Projektabwicklung Gebäudeautomation

-       Herr Robert Witte, Vertrieb

 

Ihre Fragen zu diesem Projekt oder zur einfachen EDV-technischen Durchgängigkeit von Daten können Sie gerne an unseren verantwortlichen Mitarbeiter der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (HSU), Herrn Feras El Sakka (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), stellen.

 

 

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